Krampfadern- / Venenoperation

Überblick Krampfadern und Besenreiser

Allgemein: Eine Krampfadernoperation bzw. Venenoperation wird bei Krampfadern der oberflächlichen Venen oder Ulcus cruris (“offenes Bein”) durchgeführt. Der operierende Arzt ist Facharzt für Dermatologie, Chirurgie oder Gefäßchirurgie. Es gibt verschiedene OP-Methoden, welche sich in konventionelle / ältere Methoden und minimal-invasive / modernere Methoden unterteilen lassen. Die Heilungschancen sind hoch und liegen bei 85-100 Prozent in Abhängigkeit zum Krankheitsbild (Krankheitsstadium). Die Operation dauert ca. 20 Minuten bis 2 Stunden, je nach Ausprägung und in Abhängigkeit zur angewandten Operationsmethode. Abhängig vom OP-Verfahren sind auch die Einschränkungen nach der Operation, die Dauer der Abheilung, die Schmerzen und Narben etc.

Die Ursachen von Krampfadern (Varizen) und  Besenreiser

Krampfadern sind eine angeborene Wandschwäche der Venen, die meist mit einer leichten allgemeinen Bindegewebsschwäche verbunden ist und zur schnellen Ermüdung der dünnen Venenwände führt. Die Ursachen dafür sind vor allem genetische Veranlagung, Übergewicht, stehende oder sitzende Tätigkeit, wenig körperliche Aktivität.

Das Ulcus cruris oder das offene Bein, hat meist eine venöse Ursache, in einigen Fällen auch eine arterielle Ursache. Sehr selten liegen sowohl arterielle, als auch venöse Gründe dafür vor.

Symptome von Krampfadern (Varizen) und Besenreiser

Die Symptome einer Krampfadernerkrankung sind sehr unterschiedlich und hängen stark von der Ausprägung der Erkrankung ab: sie reichen vom Auftreten kleiner Besenreiser bis zu den schweren,  juckenden, geschwollenen Beinen und entzündeten Venenabschnitten.

Dignostik von Krampfadern (Varizen) und Besenreiser

Heute ist zur Diagnostik von Krampfadern der „Goldstandard“ die farbcodierte Duplexsonografie, bei welcher der darin ausgebildete Facharzt die Blutströme in den Venen und Arterien „live“ beobachten, farbig darstellen und simultan deren Geschwindigkeit messen kann.

Dies ist nicht vergleichbar mit der einfachen Hilfsmethode „Doppler“, bei der man nur einen groben Überblick über das Leiden bekommt.

Praktisch gar nicht mehr zur Anwendung kommt heute die klassische „Phlebografie“: eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittelinjektion.

Da das Verfahren nicht nur mit zahlreichen Röntgenbildern (Strahlenbelastung), als eben auch mit der Injektion eines jodhaltigen Kontrastmittels verbunden ist (bei dem es zu schweren allergischen Schockzuständen bei Jodallergikern kommen kann), wird die Methode nur noch in seltenen Ausnahmefällen angewandt.

Vor der Operation – Der richtige Arzt und Vorbereitungen

Das Arzt-Patienten-Gespräch und die Wahl des richtigen Operateurs: Der Patient sollte nach einem Operateur suchen, der grosse Erfahrung in diesem komplexen Bereich gesammelt hat und nicht „unter anderem“ Krampfadern operiert: dazu ist heute einfach die Verfahrensvielfalt und das erforderliche Wissen zu groß und nur ein wirklicher Spezialist kann sich die sehr teuren technischen Voraussetzungen leisten, um alle Verfahren anbieten zu können. Der Facharzt sollte eine ganz individuelle Kombination aus Methoden für den Einzelfall des Patienten maßgeschneidert anbieten. Misstrauisch sollte man werden, wenn der Facharzt jeden Patienten mit seinem „Standardverfahren“ operieren möchte, weil er vielleicht andere Verfahren nicht so gut beherrscht oder die technische Ausrüstung dazu nicht hat.

Der Patient sollte sehr ausführlich über sämtliche Vor- und Nachteile der vorgeschlagenen Behandlung ebenso aufklärt werden, wie über mögliche Alternativen dazu. Der Facharzt sollte über möglichst viel Erfahrung mit den angewandten Verfahren verfügen und diese wirklich ständig ausführen.

Die Operation sollte an einem wirklich nach dem neuesten Stand der Technik ausgestatteten OP-Zentrum ausgeführt werden oder in der eigenen Praxis. Meist kann der Patient diese Informationen alle schon der Homepage des Arztes entnehmen: sollte er hier schon den Eindruck bekommen, man habe es nicht mit einem „Vollprofi“ zu tun, sollte man lieber noch ein wenig weiter suchen.

Tipps zusammengefast: Der Patient muss also wissen, ob der Arzt sich auf diese, technisch sehr anspruchsvollen Krampfadernoperationen spezialisiert hat.

Bei Anwendung der minimal-invasiven Methoden sollte der Patient erfragen, wie lange der Operateur schon mit diesen Methoden arbeitet und wie viele Patienten er täglich oder wöchentlich damit behandelt. So können die Methoden mit der erforderlichen Sicherheit und Präzision ausgeführt werden.

Ebenso sollte erfragt werden, wo der Arzt die Behandlung vornimmt – sowohl konventionelle als auch diese feinen und sanften Verfahren können in eine Praxis oder Klinik, immer in eine perfekt technisch und personell ausgestattete OP – Einrichtung durchgeführt werden.

Papier ist geduldig und die Zertifikate, welche von der medizintechnischen Industrie über Wochenendkurse ausgestellt werden, sind damit wertlos. Ihr behandelnder Arzt sollte Facharzt  für Dermatologie, Chirurgie/Gefässchirurgie sein und nicht allgemein Arzt, Internist, Radiologe oder eine andere Fachrichtung: jeder Arzt, der sich an das Gefäßsystem wagt, muss auch in der Lage sein, notfalls Arterien und Venen zu nähen und Blutungen zu stillen.

Darüber hinaus sollte der Arzt über wirklich sehr reiche Erfahrung mit den Verfahren verfügen und sich so spezialisiert haben.

Informationen für den behandelnden Arzt / Tests und Voruntersuchungen: Wichtig für den Facharzt bzgl. der Informationen über den Patienten sind das Aussehen der betroffenen Beine und die Lokalisation der erweiterten Venen, körperliche Beschwerden, bereits angewendete Operationsverfahren, Tragen von Kompressionsstrümpfen, Thromboserisiko, bisherige Venenentzündungen, Einnahme von Medikamenten.

Als Tests und Voruntersuchungen ist eine sehr genaue farbcodierte Duplex-Sonografie durch den Operateur selbst notwendig: nur so kann wirklich die Wahl des individuell geeigneten Verfahrens getroffen werden. Ebenfalls notwendig sind eine Blutuntersuchung und eventuell ein EKG.

Einnahme von Medikamenten: Die notwendigen Medikamente sollten ununterbrochen weiter eingenommen werden. Bei den konventionellen Schnittverfahren wünschen sich die Chirurgen meist ein rechtzeitiges Absetzen von Blutverdünnern jeder Art. Bei den minimalinvasiven Verfahren ist dies nicht unbedingt nötig und wird separat besprochen.

Hinweise vor der Operation

Hinweis vor ambulanter Operation: Die ambulante OP muss in einem technisch und personell perfekt ausgestatteten Zentrum und oder in einer Praxis/Praxisklinik ausgeführt werden. Der Patient befindet sich dort etwa 5 Stunden und soll seine OP-Vorbereitungsunterlagen und ggf. Kompressionsstrümpfe mitbringen.

Hinweis vor stationärer Operation: Dauer 1-2 Nächte, persönliche Dinge mitbringen, OP-Vorbereitungsunterlagen mitbringen.

Organisatorisch zu beachten: Wenn der Eingriff ambulant vorgenommen wird, ist eine erwachsene Begleitperson erwünscht, die den Patienten nach Hause begleitet.

Da die Patienten nach den schonenden Katheterverfahren den Tag nach der OP genauso empfinden, wie den Tag vor der OP (also keine Beschwerden haben und arbeitsfähig sind), ist hier keine Vorsorge nötig. Klassisch konventionell operierte Patienten sollten damit rechnen, dass sie einige Tage Hilfe im Haushalt brauchen und teilweise unbeweglich sind.

Angstpatienten: Mit dem behandelten Arzt sprechen, um durch Wissen diese Angst rational zu bekämpfen: lassen Sie sich doch ruhig einmal das OP mit seiner technischen Ausstattung zeigen und reden Sie mit dem Facharzt über die Möglichkeit, vielleicht vor der OP schon zu Hause ein leichtes Beruhigungsmittel einzunehmen.

Nach der Operation (Nachsorge und Rehabilitation)

Ergebnis: Es sollten möglichst narbenfreie, aber medizinisch und ästhetisch korrekte Ergebnisse erzielt werden.

Kontrolltermine:

Nach konventioneller OP: Nach einer konventionellen OP müssen die Patienten in anfangs kurzem Abstand (1 – 3 Tage) und dann in etwas längeren Intervallen immer wieder zum Operateur, um z.B. eine Gewebswasserfistel in der Leiste und Infektionen der Wunden ausschließen zu lassen.

Nach minimalinvasiver OP: Am Tag nach der Behandlung muss eine präzise Untersuchung stattfinden. Bei korrekt ausgeführter Kombination der verschiedenen schonenden Verfahren ist der Patient aber sofort beschwerdefrei und bedarf danach, eigentlich, keine weiteren Nachsorgen mehr. Erst 2 Wochen nach der Behandlung sollte man kontrollieren, ob noch irgendwelche kleineren Seitenvenen oder/und Besenreiser vorhanden sind, die man dann noch mittels Laser und/oder Schaum behandeln kann.

Einschränkungen nach der Operation:

Nach konventioneller OP:

  • der Patient muss viel laufen und darf nicht lange sitzen oder stehen
  • meist sind Schmerzmittel erforderlich
  • der OP-Verband wird für 2 Tage belassen, dann für 5 Wochen durch einen Kompressionsstrumpf ersetzt, der später Tagsüber getragen werden soll
  • Duschen ist (je nach Operateur) meist nach etwa 4-5 Tagen möglich
  • Heparin wird für 5 – 10 Tage gespritzt
  • Arbeitsausfall (je nach OP und Beruf) zwischen 5 und 21 Tagen

Nach minimalinvasiver OP:

  • der Patient kann 1 Tag nach der OP den Verband abnehmen und duschen, dann trägt er meist noch für 3-4 Wochen einen Kompressionsstrumpf
  • Schmerzmittel sind nicht erforderlich
  • der Tag nach der OP ist wie der Tag vor der OP: das ganz normale Leben kann geführt werden
  • Heparin wird für 10 Tage gespritzt
  • Arbeitsausfall: 0 – 3 Tage

Schmerzen und Narben nach der Operation:

Nach konventioneller OP: Nach einer konventionellen OP (Stripping) können unterschiedlich lange und intensiv Schmerzen auftreten und ebenfalls ausgeprägte Schwellungen und Blutergussverfärbungen, was gemeinsam auch zu der üblichen Arbeitsunfähigkeit von 10 – 21 Tagen führt.

Nach minimalinvasiver OP: Nach der korrekt ausgeführten Kombination der verschiedenen Katheterverfahren und des Lasers/der Endoskopie, usw.  sind die Patienten sofort schmerzfrei. Es bleiben keine Narben zurück. Die Patienten sind in der Regel sofort arbeits- und sporttauglich.

Medikamente nach der Operation: Je nach OP Verfahren, Schmerzmittel und Heparin-Spritzen (zur Vorbeugung vor Thrombose) für 3 – 10 Tage.

Rehabilitation / Physiotherapie: Nein – keine Reha nötig. Patienten sind sofort wieder voll einsatzfähig (aber nur bei den minimalinvasiven Kombinationsverfahren).

Dauer der Abheilung: Konventionelle Methoden ca. 5 – 30 Tage / Minimalinvasive Methoden ca. 0-5 Tage

Krankschreibung: Konventionelle Methoden ca. 5 – 30 Tage / Minimalinvasive Methoden ca. 0-5 Tage

Krampfadern und Besenreiser – Fakten

Krampfadernoperation bzw. Venenoperation / Diese Operation wird angewandt bei Krampfadern (Varizen), Leiden der oberflächlichen Venen und begleitend beim Ulcus cruris.

Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, einmal die konventionellen und älteren Methoden (Stripping, CHIVA-Verfahren, Laserverödung von der Gefäßinnenseite) und zum Zweiten die minimal-invasiven, moderne Methoden (Behandlungen mittels eines Radiofrequenzkatheters, eines Laserkatheters oder eines Heiß-Dampf-Katheters).

Facharzt dieser Operation: Die Duplexsonografie (heutiger Standard in der Varizendiagnostik) erfolgt am besten durch den Operateur – also den Facharzt für Dermatologie, Chirurgie oder Gefäßchirurgie – persönlich: nur so ist sicher gewährleistet, dass wirklich der Fachmann die Venen untersucht, der sie später auch behandelt und sich so selbst ein präzises Bild vom Verlauf der erkrankten Gefäße machen kann.

Die konventionelle Varizenoperation ist wohl eine der häufigsten überhaupt. Die Kathetertechniken sind stark auf dem Vormarsch. Aber nur sehr wenige Spezialisten  beherrschen die Kombination verschiedener schonender („minimalinvasiver“) Verfahren.

Herkunft und Entwicklung / Hintergrundinformationen: Die modernen Op-Verfahren mit den Kathetern sind alle um 2000 herum in verschiedenen Zentren weltweit entwickelt worden: den USA, Frankreich, Deutschland. In den USA werden heute bereits etwa 85 % aller Varizen so behandelt.

Hier bestehen – je nach Methode – verschiedene Vor- und Nachteile: ideal scheint hierbei eine ganz individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmte Kombination der verschiedenen Verfahren zu sein („tailored surgery“), die es dann (wenn korrekt vom ausgemachten Spezialisten an einem Zentrum ausgeführt) dem Patienten erlaubt, bereits am nächsten Tag wieder zu arbeiten und ganz normal zu leben. Das Ziel einer solchen sanften und dennoch effizienten Behandlung soll dabei sein: der Tag nach der OP ist wie der Tag vor der OP.

Weil es sich um relativ neue Verfahren handelt, hat man sich wissenschaftlich mit ihnen wesentlich intensiver beschäftigt, als mit den bereits etablierten, alten Schnitt-Verfahren (Stripping).

Dabei hat sich gezeigt, dass die Patienten unmittelbar nach der Behandlung von den neuen Verfahren sehr stark profitieren und die Langzeitergebnisse mit den alten Verfahren vergleichbar sind.

Die alten Behandlungsverfahren (das heute noch in der konventionellen Chirurgie meist angewandte Stripping nach BABCOCK stammt aus dem Jahre 1908) sind im Vergleich zu den modernen Verfahren eher „grob“.

Nun zeigen auch sehr gute wissenschaftliche Studien über längere Nachbeobachtungszeiträume, dass die neuen Verfahren , wenn sie vom ausgemachten Spezialisten korrekt ausgeführt wurden, den alten Verfahren in Hinsicht auf „Rezidive“ (also neuerliche Krampfadern) in nichts nachstehen.

Stationär / Ambulant: Sowohl als auch, beides ist möglich.

Kosten der Operation und Kostenübernahme durch die Krankenkasse: Die konventionellen Verfahren werden von allen, auch von der Grundversicherung zum Grossteil übernommen. Die minimalinvasiven Verfahren werden von einigen privaten und halbprivaten Versicherungen übernommen. Für Selbstzahler aus dem Ausland oder Kassenpatienten, die sich einem der modernen Verfahren unterziehen wollen, sehen die OP-Kosten (inklusive des sehr teuren Einmalmaterials, Betäubung  und usw.) etwa so aus:

  • Behandlung einer Stammvene an einem Bein  ambulant mit Kombination aller nötiger Verfahren: 3200.- CHF
  • Behandlung von zwei Stammvenen , wie oben:  5.600.-CHF
  • Behandlung von drei Stammvenen, wie oben: 6000.-CHF
  • Behandlung von vier Stammvenen, wie oben : 6500.-CHF

Die Kosten für die Behandlung mittels konventioneller Therapien liegen für den Selbstzahler ähnlich.

Allerdings sind im Rahmen dieser Leistungsvereinbarung wirklich nur die Behandlung erkrankter Stammvenen und Verbindungsvenen von den obligatorischen Vesicherungen zu ersetzen.

Die Behandlung der (die Patienten ästhetisch am meisten störenden) Seitenäste und Besenreiser ist nicht Gegenstand einer obligatorischen Krankenversicherung.

Alternativen und Heilungschancen bei Krampfadern (Varizen) / Besenreiser

Warum Operation?? Krampfadern – In diesen krankhaft erweiterten Venen versackt Blut in der Peripherie und führt hier, durch mangelnden Austausch von verbrauchtem mit frischem Blut, zur Anhäufung von Schlacken,  Säuren und zur Sauerstoffarmut.

Dies kann zur Minderernährung von Haut und Unterhaut und damit zum offenen Bein („Ulcus“, „Ulkus“ oder „Ulcus cruris“) führen. Außerdem können in der stehenden Blutsäule der Varizen leicht Gerinnsel entstehen, sogenannte „Thromben“. Wird ein Gefäss durch einen solchen Gerinnselpfropf verstopft, spricht man von einer Thrombose. Wird ein solcher Pfropf auch noch losgerissen und erreicht über die Blutbahn dann (auf seinem natürlichen Weg) die Lunge, führt er zum Verschluss von Lungengefässen.

Ein Vorgang, den man Lungenembolie nennt und der eine sehr schwere, oft tödliche oder lebensbedrohliche Komplikation bedeutet.

Auch können sich die oberflächlichen Venen, die mit einem Thrombus verschlossen sind, entzünden (oberflächliche Venenentzündung oder „Thrombophlebitis“) und sogar vereitern: Hier können dann Eitererreger in die Blutbahn gelangen und schwerste Krankheitsbilder einer „Blutvergiftung“ oder „Sepsis“ auslösen.

Ziel: Das Ziel der Ausschaltung defekter Venen ist es, die Durchblutung wieder zu normalisieren: durch die Entfernung der Gefässe, in denen das Blut nur noch steht und nicht transportiert wird,  verbessert der Arzt die Zirkulation massiv.

Heilungschancen: Hoch, je nach Stadium der Erkrankung etwa 85 – 100 %.

Operations-Alternativen bei Krampfadern / Varizen / Besenreisern:

Moderne minimal-invasive Verfahren: Radiofrequenzkatheter, Laserkatheters, Heiss-Dampf-Katheters

Merkmale der modernen Operationstechnik sind Narbenfreiheit, sofortige Arbeitsfähigkeit und Wiederaufnahme von Sport, optimale ästhetische Ergebnisse, optimale Ergebnisse aus medizinischer Sicht. Es besteht hier die Möglichkeit, einen Kompressionsstrumpf deutlich kürzer tragen zu müssen. Auch im Hochsommer kann man mit diesen Operationstechniken wie gewohnt behandeln.

Nachteile bei der Behandlung mit minimal-invasiven Techniken sind nicht bekannt.

Ältere konventionelle Verfahren: Stripping, CHIVA-Verfahren, Laserverödung von der Gefässinnenseite

  • Stripping: es kommt zur Ausbildung ausgedehnter Blutergüsse. Nach der OP müssen deshalb für mindestens 5 Wochen kräftige Kompressionsstrümpfe getragen werden. Die Patienten sind meist 2 – 3 Wochen lang arbeitsunfähig.
  • CHIVA-Verfahren: zahlreiche Schnitte (und Narben) und eine lange Tragezeit der Kompressionsstrümpfe.
  • Laser: Seitenäste müssen wiederum durch kleine Schnitte/Stiche entfernt werden.

Im Vergleich mit den minimal-invasiven Behandlungsmethoden gibt es bei den konventionellen Techniken keine Vorteile.

Entscheidungshilfe für die Krampfadernoperation / Venenoperation: Immer dann , wenn Venen sich so verdicken, dass sie deutlich hervorstehen und/oder eine Duplex-Sonografie zeigt, dass eine Schwäche der Stamm- oder/und Verbindungsvenen besteht, die einen mess- oder fühlbaren Einfluss auf die Blutzirkulation hat, sollte eine Krampfadernoperation bzw. eine Venenoperation durchgeführt werden.

Wenn es sich „nur“ um Seitenäste oder Besenreiser handeln sollte, wird man natürlich nicht  unbedingt operieren müssen, sondern mit einer Schaumverödung oder dem Laser behandeln. Allerdings um die besten kosmetischen Ergebnisse erzielen zu können, ist eine kleine „Schönheitsoperation“ unausweichlich.

Sind aber Stammvenen betroffen, muss man operieren: hier sind Methoden wie die Schaumverödung nicht in gleicher Weise effizient und schonend und vor allem sicher.

Die Operation ist jederzeit möglich, bei Anwendung moderner Kombinationsverfahren der schonenden „minimalinvasiven“ Chirurgie durch einen Spezialisten. Wenn konventionell operiert wird („Stripping“) ist diese Behandlung, die zum Teil zu erheblichen Beschwerden nach der OP führen kann, möglichst im Winterhalbjahr vorzunehmen.

Risiken der Krampfadernoperation / Venenoperation

Die größten Risiken gehen von einer zu großzügigen örtlichen Betäubung aus: diese Präparate können sich negativ auf den Herzrhythmus auswirken und sogar epileptische Anfälle auslösen. Deswegen muss der Umfang des operativen Eingriffes richtig eingeschätzt werden.

Die Behandlung muss deshalb ausschließlich von einem Spezialisten – Facharzten im Bereich der Lokalanästhesie  ausgeführt werden damit dieser Spezialist den Patienten ständig überwacht und auf Zwischenfälle sofort reagieren kann.

Bei den minimalinvasiven Verfahren sind die wesentlichen Risiken: Thrombosen, Venenentzündung, Verletzung von Hautnerven. Da die modernen Eingriffe insgesamt sehr sanft sind (die kombinierten Katheterverfahren), ist das Risiko dann aber sehr gering, weil nur minimale Mengen an Schmerzmitteln erforderlich sind.

Bei den konventionellen Verfahren sind die wesentlichen Risken: Gefäßverletzung (deshalb sollte nur ein erfahrener Operateur die OP ausführen, der die Verletzungen an großen Gefäßen vorbeugen oder  beheben kann. Der Eingriff soll an einem dafür eingerichteten OP Raum oder Zentrum  vorgenommen  werden.  Damit werden die möglichen Komplikationen, wie Blutungen, Verletzungen von Nerven, Thrombosen, Venenentzündung, Infektionen vermieden.

Die Operation Krampfadern (Varizen)

Vorbereitung: Vor der OP sollten Kompressionsstrümpfe der Klasse II für den Patienten angefertigt werden, die dieser dann zur OP mitbringt. Vor jedem Eingriff – auch in örtlicher Betäubung – muss der Patient genau abklären, wann er zuletzt Essen und Trinken (und Rauchen) darf.

Narkose: Der Patient kann in örtlicher Betäubung, Dämmerschlaf oder Narkose behandelt werden – je nach Fall. Eine rückenmarksnahe Anästhesie („Spinalanästhesie“, etc.) ist in keinem Fall sinnvoll.

Dauer der Operation: Zwischen 20 Minuten und 2 Stunden.

Die Operation im Detail – Konventionelle Operationen: Die erkrankten Stammvenen werden per Schnitt in der Leiste und/oder der Kniekehle und ein weiteres Mal jeweils in der Knöchelregion aufgesucht und freigelegt. Dann wird in die eröffnete Vene eine Sonde bis an den Kreuzungspunkt der oberflächlichen mit den tiefen Venen (also eben Leiste oder Kniekehle) geschoben, die Vene dann jeweils oben und unten durchtrennt, unterbunden und an der Sonde fixiert. Nun wird die Sonde mitsamt der gesamten Vene und den eventuell anhaftenden Seitenästen (die dabei abreißen) aus dem Bein gezogen („gestrippt“). Nun werden noch, über weitere Schnitte, weitere Seitenäste mit Häkchen oder Klemmchen aus dem Bein gezogen. Die Schnitte werden vernäht, eventuell ein Drainageschlauch eingelegt und ein straffer Verband angelegt.

Die Operation im Detail – Minimalinvasive Katheteroperationen: Unter Ultraschallkontrolle wird die erkrankte Vene mit einer Nadel punktiert und der Katheter eingeführt. Nun muss der Operateur die Katheterspitze ganz exakt unter Ultraschall an die Venenkreuzung (Einmündung in die tiefe Vene) legen: dies erfordert immense Erfahrung im Umgang mit der Sonografie und dem Verfahren.

Dann wird um die Vene und den Katheter entlang der gesamten Vene ein isolierender Mantel aus Kochsalzlösung, unter dem Zusatz eines örtlichen Betäubungsmittels („Tumeszenz-Lokalanästhesie“, TLA) unter Sonografie, gespritzt: Damit wird verhindert, dass die Hitze des Katheters das umgebende (gesunde) Gewebe schädigt. Nun wird die Sondenspitze aktiviert, erhitzt und die erkrankte Vene so zerstört. Der Arzt zieht die Sonde schrittweise zurück und behandelt so den gesamten erkrankten Venenabschnitt. Danach wird der Katheter entfernt und die sehr kleine Stichöffnung eventuell mit einer einzelnen Naht verschlossen. Nun werden die Seitenäste mit feinen Kanülen punktiert, ebenfalls TLA (s.o.) um sie miniphlebochirurgisch zu entfernen oder mit einem speziell vorbereiteten Schaum zu veröden. Danach (oder gleich zu Anfang der Sitzung) werden Besenreiser ggf. mittels Laser oder Verödungsmittel entfernt. Es wird ein Verband angelegt, der nach etwa 20-24 Stunden entfernt werden kann, damit der Patient duscht und sich dann seinen Kompressionsstrumpf anzieht.

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Orale Behandlung der Akne

Antibiotika

Bis heute konnte nicht gezeigt werden, dass die orale Gabe eines Antibiotikum gegenüber seiner topischen Anwendung überlegen ist.

Eindeutige Unterschiede zwischen Tetrazyklinen (Doxycyclin 100 (-200)mg/die;

Minocyclin 100(-200)mg/die, aufgeteilt auf 2 Gaben morgens und abends) und Erythromycin (1000mg/die) bestehen nicht .

Die Gabe sollte sich auf 8 bis 12 Wochen beschränken. Zur Resistenzvermeidung ist eine topische Benzoylperoxid-, Azelainsäure- oder Retinoidbehandlung notwendig.

Der Einsatz von Minocyclin sollte vor der zwar seltenen Nebenwirkung der Induktion einer Arzneimittel-induzierten Kollagenose kritisch abgewogen werden.

Antikontrazeptiva

Antiandrogene üben einen sebumsuppressiven und Komedoreduzierenden Effekt aus und können bei Frauen zum Einsatz gelangen. Geeignete Präparate enthalten eine Kombination aus Ethinylestradiol und einem Gestagen (im Falle von Diane® 35, Bella Hexal 35® 35 ug Ethinylestradiol und 2 mg Cyproteronacetat, im Falle von Valette® 30ug Ethinylestradiol und 2 mg Dienogest bzw. im Falle von Neo-Eunomin® 50ug Ethinylestradiol und 1 mg Chlormadinonacetat (1 mg in Phase I (11 Tage) und 2mg in Phase II (11 Tage)). Wie auch bei den oralen Antibiotika ist die Gabe von Antikontrazeptiva immer in Kombination mit topischen Aknetherapien durchzuführen.

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Azelainsäure

Die Azelainsäure ist hinsichtlich ihrer antimikrobiellen Wirkung deutlich schwächer als Benzoylperoxid und die topischen Antibiotika und auch hinsichtlich ihrer komedolytischen Wirkung nicht vergleichbar mit den topischen Retinoiden. Somit handelt es sich um eine

Substanz, die nur bei leichten Formen der Akne zur Anwendung gelangen sollte oder im Rahmen der Kombination eingesetzt wird. Ihr Vorteil ist auch der unbedenkliche Einsatz in Schwangerschaft und Stillzeit.

Kombinationen

Die morgendliche Applikation von topischen Antibiotika, Azelainsäure oder Benzoylperoxid kann mit der abendlichen Anwendung eines topischen Retinoids kombiniert werden.

In der Praxis haben sich zwei neuere Kombinationspräparate sehr gut für die entzündlichen Formen der Akne bewährt: Duac® Gel als Kombination aus Clindamycin und Benzoylperoxid und Epiduo® Gel als Kombination aus Benzoylperoxid und Adapalen.

Beide Präparate kommen einmal täglich, abends zum Einsatz.

Tabelle 5 fasst die wichtigsten Eigenschaften der beiden Präparate zusammen:

Tabelle 5 Wirkprofil im Rahmen der topischen Aknetherapie verwendeter Kombinationsprodukte

Wirkungseigenschaften
komedolytisch antimikrobiell antiinflammatorisch
Kombinationen
Benzyolperoxid + Clindamycin (Duac® Gel) (+) +++ ++
Benzolyperoxid + Adapalen (Epiduo® Gel) ++ ++ +

(+) = gering ausgeprägt + = mild ++ = deutlich +++ = sehr ausgeprägt

Ein sich in der Praxis bewährtes Konzept zum kombinierten Einsatz der beiden Wirkstoffkombinationsprodukte zeigt Tabelle 6.

Tabelle 6. Kombinierter Einsatz von Duac® Gel und Epiduo Gel®

Duac® Gel Epiduo® Gel
Woche 1-5: x
ab Woche 6: Sa & So Mo – Fr

Beide Präparate irritieren. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Präparate am abend 1 Stunde vor dem Zubettgehen aufzutragen und umittelbar vor dem Schlafen gehen nochmals eine Basispflege zu applizieren.

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Acne papulopustulosa

Neben Komedonen liegen auch entzündliche Hautveränderungen vor, die neben der komedolytischen auch eine antientzündliche Behandlung erforderlich machen. Tabelle 4

listet die wichtigsten Wirkstoffe- bzw. Wirkstoffkombinationen auf, die in der Indikation Acne papulopustulosa zum Einsatz kommen.

Tabelle 4 Zur Behandlung der Acne papulopustulosa eingesetzte Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen

Wirkstoff Kon.[%] Präparat Galenik Mengen
Benzoylperoxid 5,00% Aknefug®-Oxid mild Suspension 100g
4,00% Brevoxyl® Creme 40g
Antibiotika
Erythromycin 2,00% Hydrodermed® Ery Gel 25g
4,00% Gel 25g
Clindamycin 1,00% Zindaclin® Gel 30g
Azelainsäure 20,00% Skinoren® Creme 50g
15,00% Gel 50g
Wirkstoff-Kombinationen
Clindamycin +
Benzoylperoxid
1,00%
5,00%
Duac® Gel 25g
50g
Benzoylperoxid +
Adapalen
5,00%
0,10%
Epiduo® Gel 30ml
60ml
Erythromycin +
Isotretinoin
2,00%
0,05%
Isotrexin® Gel 25g ;50g
Erythromycin +
Tretinoin
4,00%
0,03%
Aknemycin®
plus Lösung
Lösung 25ml; 2x25ml

Benzoylperoxid

Die Wirkung von Benzoylperoxid ist v.a. eine antibakterielle infolge starker intrafollikulärer

Radikalbildung und nachfolgender Oxidierung der Bakterienmembran. Die komedolytische Aktivität spielt keine Rolle. Eine unangenehme Wirkung der Substanz ist das Bleichen der Haare und farbiger Kleidungsstücke, worauf bei der Empfehlung (Benzyolperoxid-Monopräparate sind nur noch bis zum 12. Lebensjahr erstattungsfähig) hingewiesen werden sollte.

Topische Antibiotika

Die Wirkstoffe der Wahl sind Erythromycin und Clindamycin. Das Irritationspotenzial der Antibiotika ist sehr gering. Ihre Wirkung ist neben einer direkt antibakteriellen, auch eine indirekte antiinflammatorische. Aufgrund rascher Resistenzentwicklung der Propionibakterien sowie der Residentflora ist ihre Einsatz immer nur zeitlich begrenzt und niemals in Form einer Monotherapie.

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Nagelpilz (Onychomykose): Symptome

Ein Nagelpilz (Onychomykose) macht sich durch typische Symptome bemerkbar, insbesondere durchNagelverdickung und Nagelverfärbungen. Die Zehennägel sind häufig betroffen, vor allem die großen und kleinen Zehen. Aber auch an den Fingernägeln tritt Nagelpilz auf. Oft sind nur einzelne Nägel befallen, während andere frei von Nagelpilz sind.

Die Infektion beginnt in der Regel am freien Rand eines Nagels. Die Pilze gelangen in die Hornschicht und weichen den Nagel nach und nach auf, sodass sich dieser langsam löst.

Man unterscheidet mehrere Formen von Nagelpilz, so zum Beispiel:

  • Distolaterale subunguale Onychomykose: Dies ist die häufigste Form von Nagelpilz. Die Erreger dringen dabei über die Verbindung zwischen Nagel und Zehen- bzw. Fingerkuppe (sog. Hyponychium) in die Unterseite der Nagelplatte ein. Der Nagel wird brüchig und der Pilz kann nach und nach die gesamte Nagelplatte befallen. Der Nagel verfärbt sich gelblich.
  • Weiße superfizielle Onychomykose (Leukonychia trichophytica): Der Pilz (meist Trichophyton mentagrophytes) breitet sich nur auf den obersten Schichten der Nagelplatte aus, was zu einer weißlichen Verfärbung des Nagels führt.
  • Proximale subunguale Onychomykose: Der Pilz dringt in den Nagelrücken ein und befällt die Nagelwurzel (Nagelmatrix), den Ort des eigentlichen Nagelwachstums. Der Nagel wird dadurch geschädigt. Diese Form des Nagelpilzes tritt relativ selten auf.

Darüber hinaus gibt es weitere Formen wie etwa eine Hefepilz-Onychomykose oder die Schimmelpilz-Onychomykose. Ist der gesamte Nagel inklusive Nagelwurzel befallen, spricht man auch von einertotalen Onychodystrophie.

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Pocken: Symptome

Die echten Pocken äußern sich durch andere Symptome als die ungefährlicheren weißen Pocken.

Echte Pocken

Die für echte Pocken typischen Symptome sind die Veränderungen auf der Haut, die verschiedene Stadien durchlaufen können. Die echten Pocken bezeichnet man auch als Variola vera oderVariola major. Die Bezeichnung Variola geht auf das lateinische Wort varia für verschieden oder buntzurück und dürfte durch die vielgestaltigen Hautveränderungen entstanden sein.

Zu Beginn der Erkrankung lösen die Pocken einige uncharakteristische Beschwerden aus, die etwa zwei bis vier Tage anhalten, wie zum Beispiel Fieber, Kreuzschmerzen und Gliederschmerzen sowie einer Entzündung der Atemwege. In diesem Stadium der Pocken tritt bereits auch ein vorübergehender Hautausschlag auf. Dieser Ausschlag beginnt mit kleinen roten Punkten auf Zunge und Rachen; die Pocken sind zu diesem Zeitpunkt sehr ansteckend. Nach einem kurzfristigen Abfall des Fiebers kommt es zu den für Pocken typischen Hauterscheinungen. Sie beginnen im Gesicht und breiten sich dann über den gesamten Körper aus. Dabei sind besonders die Extremitäten betroffen, der Körperstamm dagegen weniger. Auf der Haut bilden sich Papeln, die sich mit virushaltiger Flüssigkeit füllen. Es entwickelt sich hohes treppenförmig ansteigendes Fieber mit Delirien (Verwirrtheit), Desorientierung und Wahnvorstellungen. Die Papeln wandeln sich zu Pusteln um, die nach fünf Tagen damit beginnen, sich zu verkrusten beziehungsweise zu verschorfen. Zwei Wochen, nachdem der erste Hautausschlag aufgetreten ist, sind alle Pusteln verkrustet. Eine Woche später sind alle Krusten abgefallen. Die Abstoßung dieser Krusten ist mit einem starken Juckreiz verbunden. Besonders im Gesicht bleiben daher häufig Narben, die sogenannten Pockennarben, zurück.

Eine besonders schwere Form der Pocken ist unter dem Namen schwarze Blattern oder Variola haemorrhogica bekannt. Hierbei ist die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) verkürzt: Innerhalb weniger Tage kommt es zu ausgedehnten, schweren Blutungen in die Haut, zu Blutungen der Schleimhäute sowie der inneren Organe.

Weiße Pocken

Weiße Pocken oder Variola minor äußern sich meist durch weniger deutliche Symptome der Haut als die echten Pocken und sind weniger gefährlich. Nur in sehr seltenen Fällen enden die weißen Pocken tödlich: Die Sterblichkeitsrate liegt bei unter einem Prozent. Wer an den weißen Pocken erkrankt, ist dadurch nicht vor einer Infektion mit dem Erreger der echten Pocken geschützt.

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Pigmentstörung: Symptome

Die für eine Pigmentstörung typischen Symptome sind entweder auf einen Überschuss oder einen Mangel an dem für die Hautpigmentierung verantwortlichen Farbstoff Melanin zurückzuführen. Die Haut ist zu stark oder zu schwach gefärbt:
•    Ein Melaninüberschuss äußert sich durch eine zu starke Pigmentierung (Hyperpigmentierung),
•    ein Melaninmangel durch eine zu schwache (Hypopigmenierung) oder völlig fehlende Pigmentierung (Depigmentierung) der betroffenen Haut.

Diese für eine Pigmentstörung kennzeichnenden Farbveränderungen der Haut können an einer oder an mehreren Stellen auftreten. In bestimmten Fällen kann auch die gesamte Haut Anzeichen der Pigmentstörung aufweisen. Je nach Form der vorliegenden Pigmentstörung variieren die Symptome: Die auftretenden Flecken unterscheiden sich in Größe, Symmetrie, Ausprägung und Farbe.

Beispiele für Pigmentstörungen in Form einer Hypopigmentierung der Haut sind die Sommersprosse und der Linsenfleck: Sommersprossen (Epheliden) treten (z.B im Gesicht) als viele kleine, runde und scharf begrenzte bräunliche Flecken auf. Die Symptome dieser Pigmentstörung bleiben auf die dem Sonnenlicht ausgesetzten Bereiche begrenzt. Linsenflecken (Lentigines) sind etwas größer und dunkler als Sommersprossen und entstehen nicht in Zusammenhang mit UV-Licht.

Zu den Pigmentstörungen in Form einer Hyperpigmentierung oder Depigmentierung gehören zum Beispiel der Albinismus und die häufige Weißfleckenkrankheit: Beim Albinismus zeigen sich die Symptome der Pigmentstörung am gesamten Körper: Neben der Hautfarbe sind auch Haare und Augen der Betroffenen heller. Typische Anzeichen für die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) sind völlig depigmentierte weiße Flecken auf der Haut, die scharf begrenzt sind. Diese Symptome der Pigmentstörung treten besonders an Handrücken, Nabel, Ellenbogen, Gesicht, Hals, Knie sowie im Genitalbereich auf. In seltenen Fällen betrifft die Pigmentstörung fast die gesamte Hautoberfläche.

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Mycosis fungoides: Symptome

Die Mycosis fungoides verursacht anfangs wenig kennzeichnende Symptome: Die auftretenden Hautveränderungen ähneln eher einer Schuppenflechte oder einem Ekzem (Juckflechte). Auf der Haut – besonders an den Innenseiten von Oberarm und Oberschenkel – entstehen trockene, gerötete und leicht schuppende oder verkrustete Flecken. Oft besteht bei der Mycosis fungoides ein ausgeprägter Juckreiz.

Typischerweise verändern sich diese ersten Anzeichen der Mycosis fungoides eine Zeit lang kaum: Die Krebserkrankung entwickelt sich in der Regel langsam über Jahre hinweg. Daher kann die Mycosis fungoides mehrere Jahre im Ekzemstadium verharren, bevor sie tiefere Hautschichten befällt und sich als spätere Symptome flach erhabene Herde (Plaques) und kleine Knötchen bilden. Nachdem sich dieses Stadium der Mycosis fungoides auf die gesamte Haut ausgebreitet hat, entstehen größere pilzförmige Knoten, die zur Geschwürbildung neigen. Wenn nach langjährigem Verlauf die Lymphknoten befallen sind, kann sich die Mycosis fungoides über den Blutweg auch rasch auf andere Organe ausbreiten: Das können beispielsweise die Leber oder die Lunge sein.

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Muttermal, Leberfleck: Symptome

Ein Muttermal (Nävus) oder Leberfleck ruft in der Regel keine Symptome hervor. Die Hautveränderungen können unterschiedlich ausgeprägt sein.

Angeborene Leberflecken (Muttermale) zeigen sich in der Regel als braune Rundherde unterschiedlicher Größe. Man unterscheidet kleine Muttermal. Ein Muttermal erscheint zunächst flach, später aber häufig erhaben, mit warzig fühlbarer Oberfläche. Behaarte Muttermale kommen vor allem mit Beginn der Pubertät vor.

Erworbene Leberflecken entwickeln sich über Jahre und Jahrzehnte und können daher in ihrem Escheinungsbild variieren und Veränderungen durchlaufen. Es finden sich auf dem menschlichen Körper viele verschiedene Ausführungen der Leberflecken, die sich in Form, Farbe und Größe unterscheiden. Zunächst zeigt sich zu Beginn für gewöhnlich ein brauner, etwa fünf Millimeter großer Fleck (Junktionsnävus). Mit der Zeit lässt sich dieser dann leicht zentral erhaben ertasten (Compoundnävus). Im Alter bilden sich Leberflecken meist soweit zurück, dass die Haut zwar noch etwas erhaben, jedoch nicht mehr gefärbt ist (dermaler Nävus).

Man unterscheidet unterschiedliche Typen von erworbenen Leberflecken. Besonders wichtig ist es, normale von dysplastischen Nävi zu unterschieden. Gewöhnlich sind Leberflecken symmetrisch, glatt und scharf begrenzt, gleichmäßig gefärbt und nicht sehr groß (etwa fünf Millimeter). Ihr Auftreten häuft sich bis zum 30. Lebensjahr, danach sind sie eher rückläufig. Die Zahl liegt im Durchschnitt bei 30 Stück.
•    Der Spitznävus findet sich nur bei Kindern und ist eine Unterform des normalen erworbenen Leberflecks . Er tritt bevorzugt am Kopf auf und hat eine rötlich-braune Färbung.
•    Beim Sutton-Nävus finden sich weiße Höfe um die Pigmentierungen.
•    Der dysplastische Leberfleck hingegen zeigt sich durch seine asymmetrische Form, unregelmäßige Begrenzung und Pigmentierung und eine Größe über sechs Millimeter. Neue Herde bilden sich auch nach dem 30. Lebensjahr und sie bilden sich verzögert zurück.

Kommt es bei einem Leberfleck oder Muttermal zu Symptomen wie Juckreiz, Rötungen, Schmerzen, Blutungen oder anderen Auffälligkeiten, sollten Sie die Hautveränderungen von Ihrem Hautarzt untersuchen lassen.

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Läusebefall (Pedikulose): Symptome

Etwa die Hälfte der Personen mit einem Läusebefall (Pedikulose) zeigt zunächst keine Symptome: Es dauert einige Zeit, bis die Läusezahl so angewachsen ist, dass das Immunsystem des Betroffenen reagiert.

Häufig leiden Betroffene mit einem Läusebefall an starkem Juckreiz, welcher vor allem nachts auftritt. Meist entstehen gleichzeitig hochrote Knötchen (Papeln) und Quaddeln an den betroffenen Bereichen. Teilweise bilden sich durch das Kratzen Ekzeme. Der Juckreiz und die Hautrötung entstehen durch den Läusespeichel, den die Läuse mit jedem Stich abgeben.

Je nach Läuse-Art sind die abgelegten Eier (Nissen) an verschiedenen Körperregionen zu finden:

Beim Kopflausbefall ist in erster Linie die Kopfhaut betroffen, oft bilden sich zudem Ekzeme am Hinterkopf, hinter den Ohren und im Nacken. Getrennt vom Menschen überleben Kopfläuse circa zweieinhalb Tage.

Filzläuse sind vor allem an den Haaren im Genital- und Analbereich zu finden. Aber auch andere Körperbereiche können befallen sein, wie etwa Achselhöhlen, Oberschenkel, Bauch, Brust, Bart oder Augenbrauen und Wimpern. Getrennt vom Menschen überstehen Filzläuse höchstens zwei Tage.

Filzläuse verursachen zudem häufig rostfarbene Flecken in der Unterwäsche. Sie stammen von den Ausscheidungen der Läuse oder den kleinen Verletzungen der Haut, die die Läuse mit ihren Stichen hinterlassen. Bei genauerem Hinsehen finden sich in der Nähe der Haarbälge (Haarfollikel) kleine punktförmige Verletzungen, die von geröteter Haut umgeben sind. In manchen Fällen von Filzlausbefall sind tiefblaue, bis zu zwei Zentimeter große, nicht wegdrückbare, schmerzlose blaue Flecken zu sehen (auch Taches bleues oder Maculae caeruleae genannt), welche durch einen Läusestich mit einer Einblutung in die umgebende Haut entstehen.

Kleiderläuse und ihre Nissen sind vor allem in bedeckten Körperpartien zu finden. Sie leben nicht am Körper, sondern in der Kleidung, vor allem in den Nähten, Falten und Säumen. Der Juckreiz tritt deshalb besonders an solchen Naht- oder Saumstellen auf, was zu typischen streifenförmige Kratzmalen führt. Getrennt vom Menschen können Kleiderläuse bei 10 bis 20 Grad Celsius circa eine Woche überleben, bei 0 bis 10 Grad circa zehn Tage.

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